Transgenerative Traumaweitergabe...

oder: Wie Traumatisierungen nachwirken und Belastungssymptome in den nächsten Generationen hervorrufen können 

        

Sind Sie zwischen 1945 und 1970 geboren und Ihre Eltern waren zur Zeit des 2. Weltkrieges selbst noch Kinder oder Jugendliche, dann haben Sie es vielleicht an sich selbst schon mal erfahren:

Obwohl es Ihnen von außen betrachtet gut geht, haben Sie immer wieder das Gefühl, eine seelische Last zu tragen, die sehr schwer und kaum in Worte zu fassen ist. Die Erfahrungen im eigenen Leben scheinen gleichzeitig irgendwie nicht heftig genug zu sein, um diese Last zu rechtfertigen.

Sie haben immer wieder die gleichen (Alb-)Träume von Flucht, von Vertreibung, von Verfolgung, von Ausgeliefertsein und irgendwie das Gefühl, keinen Platz zu haben, keinen Platz, an dem Sie sein dürfen wie Sie sind. Diese Bilder und Gefühle tauchen plötzlich auf - immer wieder und unerwartet, scheinbar ohne äußeren Zusammenhang. 

Sie haben das Gefühl, sich irgendwie schützen zu müssen obwohl keine Gefahr droht. 

Sie erleben vielleicht plötzlich auftretende Panikattacken, die Ihnen bislang fremd waren, können es nur schwer in engen und / oder überfüllten Räumen aushalten.  

Sie sind mitunter plötzlich sehr traurig ohne wirklich erkennbaren Anlass, Sie haben Schuldgefühle ohne dass Sie sich etwas zu schulden kommen ließen, Sie spüren Scham.

 

Heute wissen wir: diese Symptome deuten auf eine posttraumatische Stressreaktion, eine Reaktion auf ein Trauma, welches nicht zwangsläufiug Sie selbst erlebt haben müssen, sondern bereits Ihre Eltern in Ihren diversen Kriegserfahrungen als Kinder. Lange Zeit war man der Meinung, dass Kriegskinder, je kleiner sie waren, eher nichts von den Kriegsschrecken mitbekommen haben. Leider weiß man es heute besser: Je kleiner die Kinder waren umso weniger können sie in Sprache ausdrücken, welche Ängste durchlebt worden waren. Diese Schreckens- und Leiderfahrungen bleiben im Körpergedächtnis erhalten, wirken fort, bestimmen das gesamte Leben und damit auch die Erziehung der eigenen Kinder, also derer zwischen 1945 und 1970 Geborenen und deren Leben und vermutlich darüber hinaus.  

 

Dieses spannende und aufschlussreiche Thema unserer eigenen Geschichte zu verstehen ist Anlass zu meinem Vortrag, weniger aus der Sicht der Psychologie sondern mehr aus der Sicht einer Betroffenen, die endlich verstehen kann, warum alles so war und geworden ist wie es war und geworden ist.

Um Verstehen der damaligen Zeit, um Würdigen der entsetzlichen Angst, Hunger und Not, um Begreifen dessen, was an Greueln geschah. Hier haben weder Schuldzuweisungen noch Kritik ihren Platz, sondern im tiefsten Kern geht es um Versöhnung.

 

Unsere Mütter und Väter räumten die Trümmer der zerstörten Städte fort und bauten dieses Land neu auf.

 

Vielleicht ist es für uns heute an der Zeit, die hinterlassenen seelischen Trümmer aufzuräumen, in dem wir begreifen, verstehen und würdigen, welche nachhaltigen Opfer Gewalt, Krieg, Vertreibung, Flucht wirklich forderten - in der Generation der Kriegskinder selbst und der Generation der Kinder der Kriegskinder.  

 

Nur so können wir der nächsten Generation  wirklich Frieden und Freiheit ermöglichen - einen äußeren und inneren Frieden, eine Freiheit, die in der Verantwortung füreinander liegt.

 

Vorträge zum Thema:  

14. März 2013 um 20:00 Uhr im Kreisbildungswerk Ebersberg, Pfarrer-Bauer-Str. 5

Referentin: Hedwig Geisberg  

 

24. April 2013 um 19:00 Uhr, Erding - geschlossene Veranstaltung - Gäste möglich nach Voranfrage über Kontaktformular

Referentin: Hedwig Geisberg   

 

9. Januar 2014 von 9:00 - 11:00 Uhr, Grafing, Stadtbücherei

Referentin: Hedwig Geisberg

 

13. Januar 2015, 19:00 - 21:00, Egmating, Alter Gemeindesaal

Referentin: Hedwig Geisberg 

 

Sollten Sie diesen Vortrag selbst in einer Gruppe anbieten wollen, treten Sie bitte mit mir in Verbindung. Gerne finden wir dann gemeinsam einen Termin. 

 

Literatur zum Thema:  

Dr. Udo Baer – Wie Traumata in die nächste Generation wirken
Huber & Plassmann – Transgenerationale Traumatisierung
Radebold /Bohleber / Zimmecker – Transgenerationale Weitergabe kriegsbelasteter Kindheiten

Gerd Rudolf – Strukturbezogene Psychotherapie

Sabine Bode  - Die vergessene Generation

Bettina Alberti – Seelische Trümmer 

Ingrid Müller-Münch – Die geprügelte Generation

Katharina Ohana - Ich, Rabentochter

Dr.Hildegund Heinl / Peter Heinl: Körperschmerz - Seelenschmerz  

Dr. Jürgen Müller-Hohagen: Verleugnet, verdrängt, verschwiegen 

    

 

 

Fortlaufende Gruppenangebote:

 

Achtsamkeit und Stressabbau

 - neuer Beginn 2.10.2017 

 

Gesprächskreis (2) 

Kinder der Kriegskinder         - neuer Beginn 23.10.2017

 

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Vorträge:

 

Wir Kinder der Kriegskinder

13.10.2017 Grafing, Pfarrheim 

23. Nov. 2017  Jugendstelle Ebersberg, 20:00-22:00

23. Jan. 2018 - Pfarrheim Vaterstetten, 20:00 - 22:00

 

Scham, ein Tabu

Termine noch offen

 

Chronische Schmerzen

Termine noch offen

 

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Wandern für Seniorinnen und Senioren 59+

 

7.10.2017 - Ehrwald

28.10.2017 - Ammerleite

18.11.2017 - Staffelsee

13.01.2018 - 20.01.2018 Benediktbeuern

10.03.2018 - Walchensee

7.04.2018 - Kreuth

12.05.2018 - Obersalzberg