"Weichteil-Rheumatismus"ist kein Synonym für Fibromyalgie-Syndrom

Erstinformation 2008  - Deutsche Fibromyalgie Vereinigung eV.

 – Privatdozent Dr. Dr. Walter Eckart Friedel, Leiter des Deutschen Fibromyalgie-Zentrums im Klinikum Bad Bocklet

 

 

Das Fibromyalgie-Syndromist ein Ganzkörper- Schmerzsyndrom, das durch chronische generalisierte Muskelschmerzen gekennzeichnet ist.

Häufig ist dieses Schmerzsyndrom noch kombiniert mit zahlreichen neurovegetativen und funktionellen Störungen wie: Müdigkeit, Schlafstörungen,Konzentrationsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Reizdarm, Kopf schmerzen, wechselndeStimmungslagen, depressive Episoden und eine psychophysische Leistungsminderung.       

 

Früher wurde das Fibromyalgie-Syndrom unter anderem als "Fibrositis" bezeichnet, später entstand der Begriff "generalisierte Tendomyopathie". Seit 1990 ist das Krankheitsbild durch die Klassifikationskriterien des American College of Rheumatology (ACR) definiert und wird den Erkrankungen des Halte- und Bewegungsapparates zugerechnet.

In der internationalen Nomenklatur der Erkrankungen der WHO (ICD) ist das Krankheitsbild unter M 79.0 klassifiziert. Auf Grund der zahlreichen neurovegetativen und funktionellen Störungen einerseits und den nur wenigen objektiv vorhandenen körperlichen Befunden andererseits wird das Krankheitsbild immer wieder fehlinterpretiert,von zahlreichen Ärzten widersprüchlich diskutiert und in Frage gestellt.


Durch die Entwicklung der modernen Schmerzforschung liegen seit
1990 zahlreiche neue Erkenntnisse vor, die daraufhinweisen, dass das Krankheitsbild der Fibromyalgie nicht einheitlich ist und verschiedene Ätiologien aufweisen kann.

 

Das Leitsymptomder Fibromyalgie ist der Fasermuskelschmerz, der bei Erkrankungen verschiedener Fachgebiete auftreten kann wie zum Beispiel  

  • vom internistischen Fachgebiet her beider Polymyelitis rheumatica oder entzündlich-            rheumatischen Muskelerkrankungen.
  • Vom orthopädischen Fachgebiet geht das fehlstatisch-degenerative Wirbelsäulensyndrom oft mit muskulären Dysbalancen der statischen Muskulatur einher, so dass auch durch diese Erkrankung ein Ganzkörperschmerz-Syndrom mit dem Leitsymptom Fasermuskelschmerz vorliegen kann.
  • Auch das Triggerpunkt-Syndrom geht häufig mit generalisierten Schmerzen in der Muskulatur einher.
  • Die anhaltend somatoforme Schmerzstörung, ein Krankheitsbild aus dem nervenärztlichen Fachgebiet, kann ebenfalls mit generalisierten Schmerzen in der Muskulatur und zahlreichen neurovegetativen und funktionellen Störungen einhergehen,wie dies beim Fibromyalgie-Syndrom der Fall ist.
  • U.v.m.

 

Daher ist die Schlussfolgerung, das FMS sei gleichzusetzen mit Weichteilrheumatismus falsch und damit eine Fehldiagnose.  

 

Wichtig ist für die betroffenen Patienten die differenzialdiagnostische Abklärung des Leitsymptoms "Faser-Muskel-Schmerz", um die zugrundeliegende Erkrankung des Ganzkörperschmerzes zu diagnostizieren. Auf der Basis dieser differentialdiagnostischen Abklärung kann dann die zugrunde liegende Erkrankung gezielt therapeutisch behandelt werden:  

  • zum Beispiel bei einem fehlstatisch degenerativen Wirbelsäulensyndrom die Behandlung durch eine umfangreiche Krankengymnastik, die Dehnen und Stretching der verspannten statischen Muskulatur einschließt, begleitend eine Wirbelsäulenkrankengymnastik und eine medizinische Trainingstherapie, um die muskulären Dysbalancen wieder aufzutrainieren.
  • Handelt es sich dagegen um ein Krankheitsbild mit dem Leitsymptom Faser-Muskel-Schmerz,dem ein anhaltender somatoformer Schmerzstoß zu Grunde legt, ist die Einleitung einer nervenärztlichen, medikamentösen und eventuell psychologischen Behandlungerforderlich.

   

Das Fibromyalgie-Syndrom ist die dritthäufigste Erkrankung, die sich nach den Arthrosen und den
degenerativen Wirbelsäulenleiden im Halte- und Bewegungsapparat manifestiert und damit häufiger ist, als die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

 

In Deutschland sind ca. 2% der Bevölkerung betroffen, dies bedeutet bei 83 Millionen Einwohnern ca. 2 Millionen Fibromyalgie-Patienten, hinzu kommt noch eine Dunkelziffer von ca. 2 Millionen noch nicht diagnostizierten Patienten.  

 

Auch heute stellen die ACR-Kriterien für die Diagnostik des Fibromyalgie-Syndroms noch wichtige diagnostische Hilfsmittel dar, die jedoch durch eine weiterführende Diagnostik im Sinne der differenzialdiagnostischen Abklärung des Krankheitsbildes ergänzt werden müssen.

 

Um das Krankheitsbild des FMS nicht fälschlich mit Weichteilrheumatismus zu interpretieren, wird den betroffenen Patienten empfohlen, die Erstdiagnose durch erfahrene Ärzte stellen zu lassen, die mit dem Krankheitsbild vertraut sind. Dies spart dem Patienten eine Odyssee zu verschiedenen Ärzten und vermeidet Fehlbehandlungen, wie z.B. mit Kortikoiden.

 

Kontakt zu Ärzten über:   

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V.  - Bundesverband

Postfach 1140 - D - 74741 Seckach

Telefon der Geschäftsstelle: 06292 - 92 87 58

Fax: 06292 - 92 87 61

Web: www.fibromyalgie-fms.de

Email: info@fibromyalgie-fms.de 

 

 

 

 

                         

 

 

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