Wege in den Schmerz und aus dem Schmerz heraus -

Quelle: Fibromyalgiesyndrom - Erstinformation 2008 - DFV e.V.    - Dr. Weiss

 

 

Stufe 1: Lokale, örtlich begrenzte Beschwerden

 

Lange bevor sich das komplette Schmerzbild der Fibromyalgie (FMS) darlegt, finden sich bei den Betroffenen regionale Schmerzen wechselnder Intensität und Dauer, vorrangig Beschwerden in der LWS oder HWS. Sind die akuten Beschwerden vorüber, vergisst in der Regel unser Körper dieses Schmerzereignis, nicht so bei Fibromyalgiepatienten. Hier tendieren die Schmerzen zur Wiederkehr und raschem lokalen Wechsel. Es ist davon auszugehen, dass FMS-Patienten eine grundlegende Störung der Schmerzverarbeitung besitzen.

 

Schmerzverarbeitung:  

Das menschliche Nervensystem ist sehr sensibel und transportiert jegliche Schmerzreize und alle Informationen dazu zum Gehirn. Viele Informationen sind uns dabei bewusst und rational zugängig, die Mehrzahl der Impulse des Nervensystems (NS) bleiben jedoch unterschwellig verborgen.

Kämen allerdings alle Signale, die unser NS an das Gehirn liefert, bewusst im Gehirn an, würde dies zum Informationa-GAU führen, da Wichtiges und Nebensächliches in gleichem Ausmaß registriert würde und eine Unterscheidung nach Relevanz und Priorität nicht mehr stattfinden könnte. Im Grunde wären wir kaum überlebensfähig.

Eine gut funktionierende Reizverarbeitung ist daher entscheidend, um Informationen nach ihrer Priorität zu bewerten und Unwichtiges herauszufiltern. Hierfür dient die sog. Reizschwelle - nur Signale einer bestimmten Stärke und Intensität werden tatsächlich ans Gehirn weitergeleitet, verbunden mit der Wichtigkeit des Ereignisses, dem damit verbundenen Körpergefühl und den Emotionen. Wenn die Intensität aller so groß ist, dass sie die Reizschwelle überwinden, erreicht der Impuls auch unser Bewusstsein und bewegt uns zum Handeln. Die Reizschwelle passt sich dabei den aktuellen Situationen beständig an.  

      Anheben der Reizschwelle:

Gerade in Notfallsituationen wie akutem Stress, Kampf, Flucht, Unfall uvm. steigt die Reizschwelle nach oben, lässt damit weniger Signale durch, macht uns so unempfindlicher und erhält unsere Handlungsfähigkeit.

      Absenken der Reizschwelle:

Bei intensiver Konzentration auf ein Thema, eine Situation, auch bei Meditation, kann die Schmerzschwelle absinken, d.h. kurzfristig können auch Impulse wahrgenommen werden, die sonst im Alltag nicht ins Bewusstsein kommen.

 

Die durchschnittliche Schmerzschwelle differiert von Mensch zu Mensch, 'Dickfellige' und 'Dünnhäutige' sind gleichermaßen anzutreffen. Bekannt ist heute auch, dass genetische Faktoren diese Grundsensibilität des Körpers bestimmen und dass sich unsere genetische Ausstattung auch verändern kann, vor allem durch Erfahrungen prä- und postnataler Zeit bis hin zu Pubertät und Adoleszenz, wobei die Ersterfahrungen besondere Intensität besitzen.

 

Erlebnisse von Unsicherheit, Gewalt, Ungeborgenheit führen zu einer erhöhten Schmerzwahrnehmung und Sensibilität, doch auch die Wachsamkeit vor realen oder vermuteten Gefahren nimmt zu. Beides ist eine ungeheure Anpassungsleistung unseres gesamten Organismus.  

 

     Faktoren, die die Sensibilität außerdem erhöhen:

1. Das Geschlecht: Frauen sind im durchschnitt empfindlicher als Männer

2. Der hormonelle Status: Vor der Periode und in der 2. Zyklushälfte neigen Frauen zu  

    erhöhter Empfindsamkeit, auch unter PMS bekannt.

3. Schlafstörungen: Je ausgeprägter die Einschränkungen im Tiefschlaf sind, umso sensibler     reagieren Menschen auf weitere Stresszustände.

4. Reizdarmsymptomatik: je stärker Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen,  

    Völlegefühl, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind, umso mehr richtet sich unsere  

    Aufmerksamkeit auf diese Beschwerden und treten in den Vordergrund.

5. Ödeme: je ausgeprägter Wassereinlagerungen im Gesicht, der Hände und Beine sind,  

    umso mehr Beschwerden verursachen sie und fallen uns auf.

6. Infektionskrankheiten: Auch sie hinterlassen in unserem Körper Spuren, wie z.B.  

    Borreliose, Pfeiffersches Drüsenfieber, Lungenentzündungen, Kinderkrankheiten auch im  

    Erwachsenenalter uvm.

7. Angst als emotionale Störung führt zu permanenter Anspannung und der Unfähigkeit der  

    Entspannung.

8. Depression als Folgestörung

9. Soziale Faktoren wie Unsicherheit und Unzufriedenheit im Beruf, Bedrohung der  

    gegenwärtigen Existenz, Dauerpflege von Angehörigen, Dauerkonflikte in der     

    Partnerschaft, unerfüllte Wünsche und Lebensträume bezüglich der eigenen persönlichen     Entwicklung

10. Bewegungsmangel oder einseitige Bewegung und körperliche Überlastung

11. Chronische Schmerzen senken die Schmerzwahrnehmung 

 

 

 

Stufe 2: Schmerzgeneralisierung

Stufe 3: Vegetative Störungen

Stufe 4: Seelische Störungen  

Stufe 5: Soziale Störungen     

Stufe 6: Resignation

 

 

Fortlaufende Gruppenangebote:

 

Achtsamkeit und Stressabbau

 - neuer Beginn 2.10.2017 

 

Gesprächskreis (2) 

Kinder der Kriegskinder         - neuer Beginn 23.10.2017

 

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Vorträge:

 

Wir Kinder der Kriegskinder

13.10.2017 Grafing, Pfarrheim 

23. Nov. 2017  Jugendstelle Ebersberg, 20:00-22:00

23. Jan. 2018 - Pfarrheim Vaterstetten, 20:00 - 22:00

 

Scham, ein Tabu

Termine noch offen

 

Chronische Schmerzen

Termine noch offen

 

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Wandern für Seniorinnen und Senioren 59+

 

7.10.2017 - Ehrwald

28.10.2017 - Ammerleite

18.11.2017 - Staffelsee

13.01.2018 - 20.01.2018 Benediktbeuern

10.03.2018 - Walchensee

7.04.2018 - Kreuth

12.05.2018 - Obersalzberg